We hype: Future Islands

Synthie Pop, du überlaufendes Sammelbecken tanzbarer Musik. Du in die Jahre gekommener Treffpunkt leichter Texte und charakterloser Stimmen. Du immer währender Retter alleinunterhaltender Glitzerwesten-Träger.

Synthie Pop, danke, dass du auch anders sein kannst!
Der akustische Beweis: die US-Band Future Islands. Da treffen reduzierte Töne vom 80er-Tasten-Instrument, Schlagzeug und Gitarre auf die kratzige Power-Stimme von Frontman Samuel T. Herring, die Future Islands erst zu einer kantigen und unverwechselbaren Elektro-Pop-Truppe macht.
Herring ist eine echte Type: Mit Geheimratsecken und Hemd in der Hochwasserhose könnten man ihn auf der Straße glatt mit einem Sachbearbeiter vom Finanzamt verwechseln. Auf der Bühne aber nicht: Im Gegensatz zu manchen Branchen-Pappenheimern kommt Herring ohne geometrische Tattoos, ohne Trend-Sneaker, ohne Stock im Hintern aus. Denn: Jede seiner Bewegungen strotzt vor Authentizität. Er lebt die Musik, skatet gerne mal zum Rhythmus über die Bühne, trommelt mit der Faust auf seine Brust, raunzt ein paar Zeilen in good old Screamo-Hardcore-Manier ins Mikro. Der Rest der Band darf sich da gerne im Hintergrund aufhalten.

Future Islands‘ neuestes Album Singles ist wider meiner Erwartungen abwechslungsreich. Manche Songs, etwa Spirit, kommen edgy und elektronisch daher. Andere, wie Back in the Fall Grass, leicht und melodiereich. Absoluter Lieblingstrack meinerseits bleibt aber v
orerst Seasons (läuft auf meinem Player auf Dauer-Repeat). Und diese wunderbare Zeile steckt in meinem Kopf: „When People change they gain a piece but they lose one too“.
Vielleicht gilt das auch für dich, Synthie Pop!?

Hier eine Kostprobe: Future Islands live bei Austin City Limits.

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